Was wir wollen

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt soll ein gleichberechtigter Teil von Unterrichtsinhalten werden. Ähnlich der Vorgabe, die es inzwischen in Schottland offiziell gibt. Wir sind „Mehr als Bienchen, Blümchen und Regenbögen!” – so der Titel des akzeptanzfördernden Fortbildungsangebots für modernen beruflichen Alltag von Personen aus dem Lehrbereich Schule, Jugend- und Sozialarbeit von Tobias Möller, welches ein Instrument darstellt, politisch mehr fordern zu können. Für Schulen, Lehrkräfte und bereits bestehende Projekte und Träger*innen der Erwachsenenbildungsarbeit.

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Leider noch immer nicht in allen Köpfen. Und wenn überhaupt – mit ein paar Seiten Erwähnung in einem Biologiebuch. Trauriger Schulalltag 2020.

Mobbing von Jugendlichen an Schulen, die der LSBTIQ*-Community angehören, ist gängiger Alltag 2020.

Fortbildungsangebote, die Lehrkräften Wissen um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt vermitteln, gibt es.

Sie werden in der Regel von Schulsozialarbeiter*innen besucht. 

Die Gründe hierfür sind nicht selten struktureller Natur anzulasten, die aktuell lediglich 2 Tage pro Jahr bei ausgebildeten Fachkräften im Lehrbereich Schule – anerkennend im Rahmen der Arbeitszeit – vorsieht.

Muss das sein? Wir sagen – NEIN! Und wir machen etwas dagegen.

Der Landesvorstand des LSVD NRW unterstützt als Projektpartner in Person des Landesvorstandsmitglieds Jack Kaltepoth federführend das Fortbildungskonzept von Tobias Möller und leitet zusammen mit ihm und weiteren Unterstützer*innen die daran gekoppelte Studie, welche verdeutlichen wird, warum geschlechtliche und sexuelle Vielfalt eben mehr als Bienchen, Blümchen und Regenbögen ist und fester Bestandteil von Lehrkräfteausbildung werden muss. Nicht nur im Biologieunterricht!

Oft mangelt es mehrheitlich einfach an Wissen über Minderheiten und dass es sie gibt. An der Stelle entstehen Vorurteile und Klischees, die nichts mit Wissen und Fakten zu tun haben. Die aber gängige Realität im Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sind.

Denn genau diese werden häufig im schulischen Alltag teils bewusst, teils unbewusst vermittelt. Aus Unsicherheiten im Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, wird diese aber auch nicht selten komplett ausgeblendet, obgleich Inhalte des schulischen Alltags, Kindern und Jugendlichen eine gesellschaftliche Realität spiegeln sollen, die tatsächlich gegeben ist. 

Eine Gesellschaft besteht aus Mehrheiten und Minderheiten. Und das ist normal. Die Minderheiten darin auszublenden und auszugrenzen ist nicht normal und fördert weder die Akzeptanz gegenüber ihnen, noch beugt sie der Diskriminierung dieser effektiv vor. Und das sollte sich ändern.

Wie wollen wir das schaffen?

Teil der Fortbildung ist eine quantivative Pre-Befragung und Post-Befragung der teilnehmenden Personen. Zeitgleich führen alle teilnehmenden Personen ein Fortbildungstagebuch, welches Hilfestellung bei der Reflexion der eigenen Haltung, des beruflichen Alltags und der Vertiefung und Entwicklung weiterer eigener Kompetenzen zu dem Thema liefert. Das Fortbildungstagebuch ermöglicht uns zudem eine qualitative Datenerhebung. Mit dieser wird auch das Fortbildungskonzept selbst fortlaufend evaluiert und optimiert für die Zukunft.

Mit den aus der Studie gewonnenen Daten möchten wir auf politischer Ebene MEHR erreichen. Nämlich, dass geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ein verbindlicher Teil einer Ausbildung für alle Lehrkräfte wird. Wie es einmals Didaktik nicht war. Es aber heute ist.

Die aktuelle Sollvorgabe des Rahmenplans zur Sexualerziehung des Landes NRW ist nicht ausreichend. Sie deckt gegenwärtig keine Vorgaben zur geschlechtlichen Vielfalt ab. In anderen Bundesländern, wie z.B. Berlin/Brandenburg hat Klocke bereits 2012 bewiesen, dass entsprechende Vorgaben gar nicht bis nicht hinreichend im schulischen Alltag umgesetzt worden sind. Es ist davon auszugehen, dass der Rahmenplan zur Sexualerziehung des Landes NRW ähnliche Fakten liefern wird und einen akuten Handlungsbedarf hinsichtlich stringenten Vorgaben für eine Lehrkräfteausbildung und Fortbildung offenlegen könnte, die wir sodann mit allen Unterstützer*innen unseres Projektes politisch fordern werden.

Sind wir eine Konkurrenz für bestehende Projekte, Bildungsträger*innen und Initiativen?

Ganz klar – NEIN! Sollten entsprechende Forderungen politisch umgesetzt werden bedarf es nämlich zudem mehr Fördermittel verbindliche Vorgaben in der Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften bei bestehenden Träger*innen und Projekten personell, sowie räumlich umsetzen zu können. Auch das fordern wir!

Da wir bekanntlich wissen, dass die Politik sich hinsichtlich Entscheidungen, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt betreffen, viel Zeit lässt – wie die TSG-Reform beweist – machen wir mehr daraus. 

Wir werden nicht warten, bis die Daten aus dieser Studie veraltet sind und man uns das Argument politisch entgegenbringt. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist nicht nur ein Thema in NRW – sondern bundesweit. Weshalb wir an der Stelle das Konzept ausweiten und es nicht nur bei einer Studie in NRW belassen. 

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist ein Thema, auch in anderen Bundesländern. Der LSVD Berlin/Brandenburg wird voraussichtlich im kommenden Jahr ebenfalls in das Projekt einsteigen. Weitere Bundesländer sind ebenfalls in Planung und sollen folgen.

Je mehr Daten wir haben, um so mehr kann von ihnen auf die Grundgesamtheit geschlossen und aufgezeigt werden, dass eine entsprechende Fortbildung ein selbstverständlicher Bestandteil aller Personen werden sollte, die im Lehrbereich Schule, Jugend- und Sozialarbeit beschäftigt sind. Um nachhaltig für mehr Akzeptanz für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt zu schaffen und damit Diskriminierung effektiver vorzubeugen. Bundesweit.

Und hier brauchen wir schon jetzt Unterstützer*innen, damit wir weitermachen können. 

Unsere aktuelle Unterstützer*innen

Wie kann ich helfen?

Warum wir das alles fordern?

Lesen Sie mehr zur Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und intergeschlechtlichen Menschen / LSBTI in Deutschland